
Im 12. Jahrhundert holte Herzog Berthold von Zähringen die Zisterziensermönche aus dem Kloster im Tennenbachertal bei Emmendingen in dieses unwirtliche Waldgebiet des östlichen Raumes des Südschwarzwaldes.
Als Laienbrüder legten sie selbst Hand an, Wiesen und Ackerland zu bebauen, um sie den ersten Bauern als "Lehen" zu geben. Der Auftrag des Klosters lag aber nicht allein darin, Land zu kultivieren, sondern geistliche Kultur zu den Menschen zu bringen. Als die ersten Mönche im Kirnachtal Einzug hielten, erstellten sie neben dem Wohngebäude (alter Roggenbacher Hof) eine Kapelle (etwa auf dem Grundstück des heutigen Rathauses), deren Grundstein heute im Flur des Rathauses eingemauert ist. Der Text lautet: „Anno Domini 1650 haben die Verordneten und eine ganze Gmeind dis Kirchen bauen lassen zu der Ehr Gottes".
Um das Jahr 1320 neigte sich die gutherrschaftliche Epoche ihrem Ende zu. Ein Vertreter des Klosters Tennenbach bezog seinen Sitz in einem Herbergshaus in Villingen. Ihm oblag der Einzug der Lehenzinsen von der Unterkirnacher Bauernschaft.
Die erste Dorfkirche stand in Ost-West-Ausrichtung auf dem Grundstück der heutigen Kirche. Der Grundstein steht heute sichtbar auf dem Kirchplatz. Die Inschrift lautet: 1714 ist die Unsere Kirch abbrannt - 1715 ist die hier gebaut.
Ein alter Kupferstich des Dorfes um 1839 gibt noch einen Eindruck von Lage und Grösse. Von weither sichtbar erhob sich über dem Langhaus ein Reiterturm mit Schindelanschlag. Trotz der Schlichtheit des Bauwerks war der Innenraum geprägt durch den Formenreichtum des Barock.
Die Baugeschichte der jetzigen Pfarrkirche war gekennzeichnet durch die wohl größte Anstrengung der Kirchengemeinde, ein stattliches Gotteshaus zu bauen. Die alte Kirche hatte 260 Sitzplätze, Kirchenbesucher sollen es 500 gewesen sein. Im Frühjahr 1902 begannen die Abbrucharbeiten an der alten Kirche. Am Sonntag, den 27.07.02 fand die kirchliche Feier der neuen Grundsteinlegung statt (Urkundentext an der linken Innenwand). Im neugotischen Stil wurde sie geplant und ihre Lage, der Größe wegen, auf Süd-Nord-Richtung gedreht. Die Bausumme belief sich nach dem Kostenvoranschlag auf 110.000 Mark. Obwohl das neue Gotteshaus im September 1903 errichtet war, fand die Einweihung erst am 23. Juni 1907 statt.


